{"id":430,"date":"2022-08-08T18:53:08","date_gmt":"2022-08-08T18:53:08","guid":{"rendered":"https:\/\/jennifer-sonntag.de\/?page_id=430"},"modified":"2023-03-22T11:11:20","modified_gmt":"2023-03-22T11:11:20","slug":"hier-duerfen-blinde-frauen-hauen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/jennifer-sonntag.de\/index.php\/einblicke\/hier-duerfen-blinde-frauen-hauen\/","title":{"rendered":"Hier d\u00fcrfen blinde Frauen hauen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie ich zur Selbstverteidigung kam<\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-larger-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><strong>Triggerwarnung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>k\u00f6rperliche und seelische Gewalt, sexuelle \u00dcbergriffe, Stalking<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Als ich vor einigen Jahren meinen Blindenf\u00fchrhund beantragte, entschloss ich mich parallel dazu, ein weiteres wichtiges Thema zu mehr Selbstbestimmung anzugehen: Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Ich befand mich in einem neuen Erblindungsschub und w\u00fcnschte mir mehr Mobilit\u00e4t und Kontrolle in meinem Leben, gerade in fremdbestimmten und be\u00e4ngstigenden Situationen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schon als sehbehindertes M\u00e4dchen erlebte ich \u00dcbergriffe, denen ich mich schwer entziehen konnte. Wer schlecht sieht, ist auf F\u00fchren und Ber\u00fchren angewiesen, wird geschoben und gebogen, da k\u00f6nnen die \u00dcberg\u00e4nge zur Grenz\u00fcberschreitung flie\u00dfend sein. In unserer damaligen \u201eSonderschule\u201c gab es so etwas wie einen Selbstst\u00e4rkungskurs f\u00fcr sehbehinderte M\u00e4dchen noch nicht. Aber es schwang etwas anderes, f\u00fcr mich seinerzeit noch wenig Besprech- aber Sp\u00fcrbares im Bewusstsein des Erziehungspersonals mit, n\u00e4mlich das Wissen um die Wahrscheinlichkeit sexueller \u00dcbergriffe an behinderten M\u00e4dchen. Es wurde nur nichts daraus gemacht, was Sch\u00fclerinnen im Sinne einer Empowerment-Strategie geholfen h\u00e4tte. Ich pers\u00f6nlich wurde diesbez\u00fcglich zur Verschwiegenheit erzogen und hatte nicht einmal meinen Eltern davon erz\u00e4hlt, dass ein P\u00e4dagoge in unserer Schule sexuell \u00fcbergriffig geworden war. Sie erfuhren es aus der Zeitung. Stattdessen wurde ich manchmal f\u00fcr etwas, was ich wirklich nicht gemacht hatte, zur Strafe in einen dunklen Raum gesperrt. Ich war ein stilles und sch\u00fcchternes M\u00e4dchen, war schon damals nachtblind und in mir schwelte eine subtile Erblindungsangst, was der dunkle Raum nicht besser machte. Obwohl die T\u00e4terschaft beim Erwachsenen, nicht beim Kind lag, pr\u00e4gte sich wegen solcher Mechanismen ein chronisch schlechtes Gewissen bei mir aus. Heute nennt man das Victim blaming.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn sich meine Augen zunehmend verschlechterten und ich mich aus unangenehmen Situationen schwerer durch optische Kontrolle l\u00f6sen konnte, wollte ich mich gerade nicht in Sack und Asche h\u00fcllen oder im stillen K\u00e4mmerlein verkriechen. Grenz\u00fcberschreitungen durch andere sahen, meinen Lebensabschnitten entsprechend, immer etwas anders aus. So hatte ich mich auf meine Zeit an einer Regelschule wahnsinnig gefreut. Ich hatte nicht geahnt, dass ich dort als komisches M\u00e4dchen mit der dicken Brille, als \u201eHalbblinde\u201c verspottet, das perfekte Versuchsobjekt zum Beinestellen, Beschmei\u00dfen mit ekligen Dingen, Einkesseln und Schikanieren werden w\u00fcrde. Ein \u201eIntegrationsexperiment\u201c mit fragw\u00fcrdigen Akteuren, von denen die harmlosesten nur unvorbereitet, andere jedoch schlichtweg f\u00fcr ihre Aufgabe ungeeignet waren. Letztlich f\u00f6rderte das nicht meine Potenziale, sondern crashte meinen Notendurchschnitt. Das Gymnasium wurde von einer Lehrerin unserer Sehbehindertenschule beraten, die mich einmal so heftig in den Hintern getreten hatte, dass ich in die Ecke fiel. Sie war eine kr\u00e4ftige Frau und ich hatte ihr nichts entgegenzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sollte sp\u00e4ter auch in anderen Kontexten immer wieder von Menschen getreten werden und fallen, kann aber erst heute mit 43, angemessene Gef\u00fchle zu diesen Umgangsformen entwickeln. Ich traute mich nur selten, meinen Eltern so etwas zu erz\u00e4hlen, denn das h\u00e4tte ich dann in der Schule doppelt zu sp\u00fcren bekommen und die betreffende Lehrerin hatte sogar einmal gesagt, sie wolle mir Zyankali ins Getr\u00e4nk mixen. Klar, sie h\u00e4tte das nicht gemacht. Aber warum \u00fcberhaupt gedacht und warum fand ich das alles damals so normal von einer so genannten \u201eVertrauenslehrerin\u201c?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Fach-Abi endlich lief es dann besser, dort wollten alle in soziale Berufe und ich war inzwischen Punkerin, f\u00fchlte mich stark mit den bunten Jungs und M\u00e4dels, die ich nachmittags in der City traf. Aber hier kam es zu einer neuen Art von \u00dcbergriffen: Nazis! Damals habe ich als junges, d\u00fcrres Ding leider ordentlich einstecken m\u00fcssen und fand mich manchmal bespuckt, getreten, mit angebrannten Haaren und mit zerfetzter Kleidung am Boden wieder. Durch die Sehbehinderung konnte ich, besonders im Dunkeln, nicht so schnell weglaufen wie die anderen und wie froh war ich, wenn ich die Hand meiner Freundin sp\u00fcrte, die mich im richtigen Moment aus der Gefahrenzone riss. Oft vergingen sich auch M\u00e4nner an uns jungen Punkerinnen und auch hier war ich sofort in den alten Mustern: Wir waren selbst schuld, was liefen wir auch mit bunten Haaren rum? \u2013 Das klingt unlogisch?&nbsp; Finde ich heute auch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Heute macht es mich extrem w\u00fctend, dass \u201eMann\u201c mir das plausibel machen konnte. Auch einer meiner ersten Partner war gewaltt\u00e4tig, sodass gro\u00dffl\u00e4chige H\u00e4matome eine lange Zeit in meinem jungen Leben eine merkw\u00fcrdige Selbstverst\u00e4ndlichkeit waren. Und nat\u00fcrlich ist kein Mensch nur b\u00f6se und ich habe ihm damals das eigentlich Unverzeihliche verziehen, weil der gr\u00f6\u00dfte Teil an ihm einfach toll war und alle ihn mochten und und und\u2026 Nein, keine Entschuldigung, das wei\u00df ich heute und gleiches gilt auch f\u00fcr seelische Gewalt!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>All das konnte ich nie gut verarbeiten und bekam mit zunehmender Erblindung immer mehr Angst, jemandem oder etwas hilflos ausgeliefert zu sein. Manchmal konnten, manchmal wollten andere keine Zivilcourage zeigen. Wegen meiner Augen erkannte ich Gefahren oft auch zu sp\u00e4t und befand mich dann inmitten eines heiklen Szenarios. So hielt mir z.B. in meiner Punkzeit einmal ein durchgeknallter Jugendlicher eine Waffe an den Kopf und dirigierte mich damit durch den Halleschen Hauptbahnhof. Todesangst!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich begab mich dennoch lebenshungrig in die Welt, ging nach dem Studium Beruf und Berufung nach und ja, ich versteckte meinen K\u00f6rper nun nicht mehr in wilden Punkklamotten, sondern trug jetzt von der Gothic-Szene inspirierte R\u00f6cke und Kleider. Nein, keine Einladung, ich trug sie nicht als Aufforderung! Es gab Taxifahrer, die das nicht begriffen, ich hatte einen widerlichen Stalker am Arbeitsplatz und \u201efalsche Engel\u201c, die mir nicht nur \u00fcber die Stra\u00dfe, sondern gern auch gleich direkt ins Schlafzimmer helfen wollten. Manchmal rief mich meine Mutter an \u2013 meine Eltern wohnen eine Stra\u00dfe weiter \u2013 und warnte mich vor Typen, die sich nicht wieder von meiner Haust\u00fcr entfernten. Ich bekomme heute noch G\u00e4nsehaut beim Gedanken daran, dass da jemand um meinen Balkon schlich und in meine Fenster sp\u00e4hte. Hier w\u00fcnschte ich mir oft mein Augenlicht zur\u00fcck, um die Lage selber checken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wollte mich wappnen, suchte schlie\u00dflich Angebote f\u00fcr Frauen mit Gewalterfahrung in meiner Region und f\u00fchlte mich von einer Frauenberatungsstelle im Internet sofort angesprochen. Als ich jedoch dort anrief, sagte man mir, dass man mit blinden Frauen keine Erfahrung habe und bei so etwas Speziellem nicht weiterhelfen k\u00f6nne. Der Anruf bei der kooperierenden Selbstverteidigungs-Trainerin ergab dasselbe. Man lie\u00df mich mit der Aussage zur\u00fcck, dass der geplante Blindenf\u00fchrhund mich ja dann auch besch\u00fctzen k\u00f6nne. Dass ein Blindenf\u00fchrhund nicht zur Selbstverteidigung dient, wollte der Dame am anderen Ende leider nicht in ihren Vertr\u00f6stungsversuch passen. Dabei sprach ich doch mit Frauen, von denen ich glaubte, sie k\u00f6nnten meine Lage gut nachvollziehen. Frau plus Gewalterfahrung, daf\u00fcr gab es viel Mitgef\u00fchl. Frau plus Gewalterfahrung plus blind, das war zu viel Schlimmes auf einmal. Aber genau das erlebe ich so oft bei Fachstellen. Gerade behinderte Ratsuchende sind ja besonders gef\u00e4hrdet, was Statistiken im Falle der Gewalterfahrung eindeutig belegen. Und diese Betroffenen fallen dann doppelt hinten runter. Zum Gl\u00fcck kommt aufgrund aktueller Debatten hier zunehmend mehr in Bewegung. Besonders barrierefreie und niedrigschwellige Soforthilfen und Angebote am Wohnort sind mir wichtig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dieneuenorm.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Stock-Abwehr-768x1024.jpg\" alt=\"Jennifer Sonntag im schwarzen Outfit h\u00e4lt ihren Blindenstock hoch in einer Abwehrhaltung. Schr\u00e4g vor ihr sitzt ihr Blindenf\u00fchrhund.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Mein Blindenf\u00fchrhund war l\u00e4ngst an meiner Seite, als ich von einem Aktionstag in Halle h\u00f6rte, an dem auch Selbstverteidigung im Rollstuhl gezeigt wurde. Das ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich telefonierte mit dem zust\u00e4ndigen Verband und bekam die Nummer des Trainers. Raik John, seines Zeichens Pr\u00e4ventionslehrer, konnte sich vorstellen, auch mit erblindeten Frauen zu arbeiten. So stellte ich ihn der Leiterin unserer Selbsthilfegruppe \u201eSeH-Blick\u201c vor und unser Kurs war geboren. Ich schrieb ein Konzept und wir konnten F\u00f6rderer f\u00fcr unseren Selbstverteidigungskurs gewinnen, da es f\u00fcr blinde Menschen, insbesondere Frauen, in unserer N\u00e4he kein derartiges Angebot gab.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Seit September 2020 treffen wir uns nun regelm\u00e4\u00dfig und tasten uns mit gro\u00dfer Begeisterung an die von unserem Trainer vorbereiteten Themeneinheiten heran, die er auf unsere W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse abstimmt. Unsere Sinnesbehinderung erfordert beim Training ein besonderes Herangehen. Jede von uns sieht anders, wir vereinen also Frauen in unterschiedlichen Stadien der Sehbehinderung oder Erblindung. Wir sind unterschiedlichen Alters und haben mal ganz \u00e4hnliche, aber teilweise auch sehr verschiedene Erfahrungen mit Grenz\u00fcberschreitungen gemacht. Auch haben wir Gewalterfahrungen sehr unterschiedlich verarbeitet. Von der ersten Stunde an konnte sich unser Trainer darauf einstellen und eben gerade das herausarbeiten, was f\u00fcr jede von uns am besten funktioniert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Training hat so viel in mir geheilt und mit jeder neuen Kurseinheit schlie\u00dft sich f\u00fcr mich eine alte Wunde. F\u00fcr mich ist Raik als m\u00e4nnlicher Trainer hilfreich, denn gerade durch ihn kann ich m\u00e4nnliche \u00dcbergriffe aufarbeiten. Ich kann aber auch verstehen, dass andere Frauengruppen Trainerinnen bevorzugen, da M\u00e4nner ja auch immer Traumata triggern k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der Corona-Pandemie st\u00e4rkte mich mein Training dabei, eigene Grenzen zu behaupten. Sensibilisierungs\u00fcbungen halfen mir, ein Gef\u00fchl f\u00fcr meinen pers\u00f6nlichen Schutzraum zu entwickeln und wahrzunehmen, wann jemand zu nah herankam. Da ich in vielen Alltagssituationen auf K\u00f6rperkontakt mit Begleitpersonen und auf das Ertasten von Gegenst\u00e4nden angewiesen war, ich mich aber auch gleichzeitig vor einer Ansteckung sch\u00fctzen wollte, lebte ich in st\u00e4ndiger Balance zwischen: Grenzen kommunizieren, Abstand ersp\u00fcren, Ruhe bewahren, positiv denken, Gefahren m\u00f6glichst realistisch einsch\u00e4tzen lernen, Hilfe erbitten und der Situation angemessene Entscheidungen treffen. Andererseits beugte unser regelm\u00e4\u00dfiges Zusammenkommen und die Arbeit an unseren Kraftquellen, immer wenn es die Auflagen erlaubten, sozialer Isolation, Mutlosigkeit, Immobilit\u00e4t und einer sich weiter verst\u00e4rkenden Opferhaltung vor.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Einige im Kurs haben durch das schlechter werdende Sehen mit starken Gleichgewichtsschwankungen zu k\u00e4mpfen. Deshalb ist es uns sehr wichtig, auch an der Vermeidung von St\u00fcrzen zu arbeiten oder zu lernen, \u201erichtig\u201c zu fallen. Blind kann Frau sich das Nasenbein leider nicht nur durch einen menschlichen Angreifer brechen. Aber wir \u00fcben auch konkrete \u00dcbergriffe abzuwehren, wenn uns z.B. jemand die Handtasche wegrei\u00dfen will. Dabei wechseln sich Kommunikation und praktische Einheiten ab. Der Pr\u00e4ventionsgedanke und eine selbstwirksame Haltung spielen f\u00fcr uns eine entscheidende Rolle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Als blinde Menschen, insbesondere blinde Frauen, sind wir auf den ersten Blick vielleicht die \u201eperfekten Opfer\u201c. Doch ich spreche da auch im Namen meiner Mitstreiterinnen: Das sind wir nicht! Ich habe gelernt, was mich weniger zum Opfer macht, wie ich innerhalb meiner M\u00f6glichkeiten und Ressourcen destruktive Situationen bew\u00e4ltigen, Ruhe bewahren und Hilfe aktivieren kann. Im Training helfen mir deshalb auch Entspannungstechniken. Generell ist es mir wichtig, ein positives K\u00f6rpergef\u00fchl und Vertrauen in mich zu entwickeln. Die Auseinandersetzung mit Kopf und K\u00f6rper, meinen ausgleichenden Sinnespotenzialen und meiner Behinderung im Kontext der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung kann sich somit auch positiv auf meine selbstbestimmte Haltung in anderen Alltagssituationen und Lebensbereichen auswirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn ich als blinde Frau viel f\u00fcr meine St\u00e4rke tun kann, hei\u00dft das im Umkehrschluss nicht: Wer zum Opfer wird, ist zu schwach und selbst schuld. Wenn ich zum Thema Mobbing und Gewalt aufkl\u00e4re, gibt es in den sozialen Medien immer wieder Menschen, deren Hass sich auf die gesch\u00e4digte Person richtet. Hier w\u00fcnsche ich mir einen Selbstverteidigungskurs f\u00fcr den digitalen Raum, nicht zuletzt auch, weil ich dort eine weitere Form der \u00dcbergriffe kennenlernte, die mir arg zusetzt. So schreiben mich in steter Regelm\u00e4\u00dfigkeit M\u00e4nner an, die sich \u201evon einer blinden Frau sexuell mehr Anschmiegsamkeit und Dankbarkeit\u201c erwarten oder \u201esich danach sehnen, mich zu beobachten\u201c. Das schreiben sie, obwohl sie wissen, dass ich seit Jahren in einer festen Partnerschaft bin und in meinen Kunst- und Literaturprojekten f\u00fcr eine selbstbestimmte Sexualit\u00e4t behinderter Frauen stehe. In solchen Momenten w\u00fcnsche ich mir statt eines PC-Monitors einen Boxsack auf den Schreibtisch. Oder rolle ich doch besser die Yogamatte aus? Nein, ich schnappe mir Blindenf\u00fchrhund Paul und drehe statt einer Wutrunde eine Mutrunde, weil ich mich nach all den Jahren getraut habe, diesen Text zu schreiben und auch andere behinderte Frauen ermutigen m\u00f6chte, sich aus der Erstarrung zu l\u00f6sen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du m\u00f6chtest dich weiter \u00fcber das Thema informieren?<\/strong> Ich hoffe, dass dir das folgende Material schon ein bisschen dabei helfen kann, den inneren \u201eMutmuskel\u201c zu trainieren und sich weniger als \u201eH\u00e4schen in der Grube\u201c gefangen zu f\u00fchlen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/dieneuenorm.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Selbstverteidigung-1024x768.jpg\" alt=\"Jennifer Sonntag und ihr Trainer stehen einander gegen\u00fcber und \u00fcben Techniken der Selbstverteidigung.\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-primary-background-color has-background\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p><strong>Angebote f\u00fcr Selbstverteidigung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich erstmal vorsichtig an das Thema Selbstverteidigung herantasten, besser heranlauschen m\u00f6chte, dem sei der Podcast <a href=\"https:\/\/www.you-fm.de\/team_shows\/programm\/einfach-nein\/index.html\">\u201eEinfach Nein\u201c<\/a> empfohlen, von dem auch wir Frauen mit Behinderungen sehr profitieren k\u00f6nnen. Alle Folgen liegen zus\u00e4tzlich als Transkripte vor und f\u00fcr sehende Interessierte gibt es unterst\u00fctzendes Bildmaterial.<\/p>\n\n\n\n<p>Unbedingt erw\u00e4hnenswert ist die Arbeit von <a href=\"https:\/\/www.suse-hilft.de\/de\/das-ist-gewalt\/gewalt-gegen-frauen-und-maedchen-mit-behinderung\/merkmale-und-tatsachen.html\">\u201eSuse hilft\u201c<\/a>, wenn ihr von Gewalt betroffen und auf der Suche nach Unterst\u00fctzung seid.<\/p>\n\n\n\n<p>Gewalt an Menschen mit Behinderungen ist ein Thema, was auch politisch nicht mehr \u00fcbersehen werden kann. Deshalb setzen viele St\u00e4dte nun auch Pl\u00e4ne zur Gewaltpr\u00e4vention um. Hier lohnt sich eine Anfrage bei den Beauftragten f\u00fcr die Belange behinderter Menschen nach regionalen Angeboten zur Selbstverteidigung und auch nach passenden F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Gruppen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Verb\u00e4nde der Behindertenselbsthilfe, z.B. die <a href=\"https:\/\/www.pro-retina.de\/pro-retina\/veranstaltungen\">Pro Retina<\/a>, organisieren Kurse, manchmal in Seminarhotels zu bestimmten Events oder auch regelm\u00e4\u00dfig in der eigenen Community.<\/p>\n\n\n\n<p>Bundesweit gibt es bereits gut organisierte Netzwerke f\u00fcr behinderte Frauen und eine Initiative zur Selbstverteidigung, die auch behinderte Trainerinnen ausbildet. Wer sich f\u00fcr diese Arbeit interessiert, wird auf den Seiten von <a href=\"https:\/\/wendo-marburg.de\/startseite.html\">Wendo-Marburg<\/a> f\u00fcndig. Dort gibt es auch den <a href=\"https:\/\/wendo-marburg.de\/eu-projekt-no-means-no\/articles\/eu-projekt-no-means-no.html\">Leitfaden \u201eNein hei\u00dft Nein!\u201c<\/a> f\u00fcr Frauen mit Behinderungen, in verschiedenen barrierefreien Fassungen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-1 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-background-color has-secondary-background-color has-text-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/jennifer-sonntag.de\/index.php\/blog\/\">zum blog<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ich zur Selbstverteidigung kam Triggerwarnung k\u00f6rperliche und seelische Gewalt, sexuelle \u00dcbergriffe, Stalking Als ich vor einigen Jahren meinen Blindenf\u00fchrhund beantragte, entschloss ich mich parallel dazu, ein weiteres wichtiges Thema zu mehr Selbstbestimmung anzugehen: Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. 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