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Depressionen machen keinen Bogen um behinderte Menschen

Erbarmungslos haben sich die grünen Schlingpflanzen um ihre Beine gelegt, um sie tiefer in das dunkle Wasser zu ziehen. Den Blick verzweifelt nach oben gerichtet, wo nur einzelne Lichtstrahlen die Wasseroberfläche durchbrechen. Den Mund geöffnet, die Arme nach oben gereckt, als würde sie nach Hilfe rufen. Ihre langen schwarzen Haare und ihr blaues Kleid schweben elegant im Wasser, während sie mit dem Tode ringt.
Illustration von Franziska Appel für das Buch „Seroquälmärchen“ von Jennifer Sonntag

Vollkommen zu Recht wollen wir Menschen mit Behinderungen nicht als dauertraurige Tröpfe wahrgenommen werden. Wenn wir für depressiv oder traumatisiert gehalten werden, nur weil wir eine Behinderung haben, fühlen sich viele von uns falsch verstanden, denn Behinderung ist zunächst kein Grund für Depressionen. Damit steigt der Druck, sich aktiv und engagiert, lebenshungrig und selbstbestimmt zu zeigen. Warum das durchaus auch problematisch sein kann, beschreibe ich im ersten Teil einer Kolumnentrilogie für „Die Neue Norm“.

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